Für mehr Biodiversität am AELF Regen
Den Tisch reichlich gedeckt - für die Insektenwelt

Bei jedem Unterricht in der Küchenpraxis entstehen viele leckere Köstlichkeiten. Dieses Mal haben die Studierenden aber für (Wild-)Bienen und Insekten aufgetischt: Im Fach Hausgartenbau legten sie unter Leitung von Wildlebensraumberater Hans Laumer und Fachlehrerin Ramona Biller eine weitere Stauden- und Blühfläche auf dem Gelände des AELF Regen an.

Behördenleiter Christian Loibl freute sich über erfolgreiche Aktion – in ca. acht Wochen wird die Saat aufgegangen sein. Alle seine Kollegen in Bayern haben sich in diesem Jahr auf die Fahnen geschrieben, mit Sä- und Pflanzaktionen rund um die Behörden für mehr Artenvielfalt zu sorgen. Auch bunte Info-Tafeln zu Themen wie "Wild- und Honigbienen – kleine Helfer für große Vielfalt" klären Passanten über den Nutzen der Sä- und Pflanzaktion auf – und motivieren, selbst aktiv zu werden.
Vielfältiges Angebot wichtig
Artenvielfalt oder Biodiversität ist deshalb so wichtig, weil jede der über 500 Wildbienenarten in Deutschland andere Ansprüche hat. Auch sollen neben dem Nahrungsangebot übers ganze Jahr auch Nistmöglichkeiten und Lebensraum geboten werden. Es gilt also, die richtigen Pflanzen und Blühsamen auszuwählen, wobei im Vorfeld der Gartenfachberater des Landkreises Klaus Eder und nun bei der Umsetzung der Wildlebensraumberater Hans Laumer unterstützten. Gesät wurde eine 5-jährige Blühmischung, die Veitshöchheimer Bienenweide. Sie wird fünf Jahre nicht gemäht – "und das muss man aushalten", so Laumer. Im vierten und fünften Jahr ist sie keine Augenweide mehr, aber gerade in diesen Jahren für die Insekten umso wertvoller. Abgestorbene hohle Stängel, zum Beispiel von Sonnenblumen, dienen dann als Nistplatz und Unterschlupf zum Überwintern.
Mit Sonnenplatz und Wasserstelle
Auch kahle Erdstellen sind wertvoll für die Bienenarten, die in Erdhöhlen leben. In einer Ecke wurden handgroße Steine und fingerdicke Zweige aufgeschichtet als Liegefläche für Eidechsen. Wenn es kühl ist, liegen diese auf den Zweigen und wechseln auf die Steine, sobald sich diese erwärmt haben. Eine gute Idee für Hausgartenbesitzer ist eine Wasserstelle für Insekten. Dazu dient ein Stein oder ein Holzstück mit einer Kuhle, in diese werden kleine Steine gelegt, damit zum Beispiel Bienen darauf landen können und nicht ertrinken. Anschließend mit Wasser füllen. "Interessant zu beobachten: Wenn die Bienen wieder wegfliegen, haben sie einen Wassertropfen am Bauch hängen, den sie dann in den Stock bringen", erklärt Laumer.

So gelingt es:

  • Saatbeet vorbereiten: Boden unkrautfrei und fein-krümelig machen
  • Danach gleich ansäen, da dann noch vorhandene Unkrautsamen und der Blühsamen den gleichen Startzeitpunkt haben und der Blühsamen nicht vom Unkraut unterdrückt wird
  • Kräuter- und Blühflächensamen brauchen eher mageren, sandigen Boden
  • Heimische Prachtstauden wie die Pfingstrose (ungefüllt - sonst haben Bienen keinen Zugang!) brauchen nahrhaften, humosen Boden
  • 1 g Samen/m² ist ausreichend; mit einem "Trägerstoff" wie Sand, Soja- oder Maisschrot mischen, um nicht zu viel auf einer Stelle auszubringen
  • Nach dem Aussäen nur leicht mit dem Rechenrücken oder einer Walze andrücken
  • Gut angießen und feucht halten bis zum Aufgehen der Saat
"Manche Samen haben nur die Kraft, eine ca. 1 cm dicke Bodendecke zu durchbrechen. Werden diese eingegraben, bleibt diese Sorte aus."
Jeder kann einen Beitrag leisten!
Die Studierenden der Hauswirtschaftsschule jedenfalls brannten nach diesem Unterricht geradezu darauf, zu Hause oder am Betrieb gleich weiterzumachen; das nötige Wissen und Können hatten sie ja jetzt. Alle waren sich einig: Jeder kann in einem noch so kleinen Garten seinen Teil zu mehr Artenvielfalt beitragen kann. Außerdem haben die Gärten in Deutschland zusammen mehr Fläche als alle unsere Naturschutzgebiete zusammen!
Weitere Informationen
Gartenbesitzer können sich in der Broschüre "Biodiversität - Mut zu mehr Artenvielfalt im Garten" der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau informieren. Die Broschüre und weitere Informationen zu Biodiversität finden Sie hier!