Wälder im Klimawandel
Im Wald ist nichts mehr so, wie es einmal war
von Schaffner, Häuslschmid

Situationsbeschreibung durch Revierleiterin

Frau Scholz von der BaySF erläutert den Teilnehmern die Situation

Den Wäldern geht es schlecht, der Klimawandel wirkt rasant.

Privatwald und auch Staatswald im Bayerische Wald sind Schadensschwerpunkte in Bayern. Der Forstbetrieb Neureichenau ist neben dem Frankenwald der hauptbetroffene Betrieb der Bayerischen Staatsforsten in Sachen Borkenkäfer und Windwürfe. Stürme mit Namen Kolle, Herwart, Sabine, Bianca haben verheerende Spuren hinterlassen, Borkenkäfer, Hitze und Trockenheit setzen den Bäumen zu. „Seit 2015 setzen sich die Witterungsextreme, die der Bayerische Wald aushalten muss, nahtlos fort: Hitze, Trockenheit, Starkschnee, Stürme. Besonders prekär wirkt sich die anhaltende Trockenheit aus. Schädlinge wie der Borkenkäfer haben bei erneuten Trocken- und Hitzephasen „leichtes Spiel“. Die Aufarbeitung von Schadholz wird in den nächsten Jahren immer wieder die Waldbesitzenden herausfordern, so Stefan Schaffner vom Bereich Forsten des Amtes für Ernährung, landwirtschaft und Forsten Regen-Waldkirchen.
Alttannen mit TrockenschlädenZoombild vorhanden

Geschädigter Altbestand

Die Waldbesitzenden, die Mitarbeiter der Waldbesitzervereinigungen und ihre Forstunternehmer arbeiten wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forstbetriebs seit Sturm „Kolle“ 2017, fast ausschließlich sog. Kalamitätshölzer auf, um wenigstens die Verjüngungen, den nachwachsenden Wald, und die Restbestände zu erhalten. Sie betreiben intensives Borkenkäfermanagement, um die Wälder zu schützen und gesund zu erhalten. In kurzen Intervallen, die von Borkenkäfern und Stürmen diktiert werden, kommen Waldbesitzende, Waldarbeiter und Forstunternehmer auf die gleichen Flächen, laufend sind größere Holzmengen mit maschineller Unterstützung, aber leider nicht immer bei optimaler Witterung, aufzuarbeiten und abzufahren. Die Waldbesitzer und Förster bitten daher die Bevölkerung und die Kommunen um Verständnis, dass in den nächsten Jahren größere Holzpolter, Brennholzlager, Hackhaufen, zeitweise verschmutzte und überbeanspruchte Straßen und Forststraßen immer wieder auftreten werden. Aber genau diese Szenarien werden sich als Folge der klimawandelbedingten Witterungsextreme häufen können, so Schaffner.

Wegeinstandsetzung ist wichtig

Ertüchtigung der forstlichen InfrastrukturZoombild vorhanden

Wieder instand gesetzte Forststraße

Insbesondere leiden die Forststraßen in unserer Region „Da wir auf funktionsfähige Forststraßen für unsere Arbeit angewiesen sind, werden wie als Forstbetrieb diese so zeitnah wie möglich fachgerecht reparieren. Doch gerade diese erforderlichen Wegeinstandsetzungen verursachen auch Kritik. Nach Abschluss der Arbeiten, nach zahlreichen Überfahrten, ist i.d.R. viel von dem groben Tragschichtmaterial in die Wegekörper integriert. Sollten die Wegestrecken immer noch zu „grob“ sein, wird an entsprechenden Stellen Feinmaterial aufgebracht und eingearbeitet. Das macht aber erst Sinn, wenn absehbar ist, dass wenigstens für ein paar Wochen aus Waldschutzgründen keine Maßnahmen veranlasst sind, um ihre Tragfähigkeit zu erhalten und den Anforderungen bei der Aufarbeitung der Schadhölzer und der Abfuhr des Holzes gerecht zu werden“, so Fortbetriebsleiterin Gudula Lermer vom FB Neureichenau. Die Kosten hierfür müssen die BaySf erwirtschaften. Im Privatwald wird der Forstwegebau gefördert.
Verständlicherweise kommt es immer wieder zu Nachfragen oder auch zu Unzufriedenheit bei einzelnen Bürgerinnen und Bürgern, wenn Wege frisch aufgeschottert wurden bzw. wenn die Wegepflege mit einem speziellen Gerät (R2-Gerät) erfolgt ist. Der Forstbetrieb steht diesbezüglich in einem ständigen Austausch mit den Gemeinden, speziell mit Frau Bürgermeisterin Urmann sowie den Herren Bürgermeistern Schano und Scheibenzuber.
Priorität bei der Instandsetzung haben die ausgewiesenen Wander- und Radwege. Die Bevölkerung wird um Verständnis und Geduld gebeten, wenn der eine oder andere gewohnte Rad- oder Spazierweg einmal für zwei bis drei Wochen gesperrt wird, „grob“ ist und/oder nicht wie gewohnt passierbar ist.
Verpflockte Kultur

Verpflockte Kultur

Forststraße frisch repariert.

Reparierte Forststraße

Wie oben dargestellt wurde auch die spezielle Situation am Haidel gelöst. Dort wurde, wo nötig, und wo es betrieblich zu vertreten war, in den letzten Wochen und Monaten neben Tragschicht- auch feineres Deckschichtmaterial aufgebracht,. Ein Problem besteht aus der Sicht des Graineter Bürgermeisters Schano nicht. Er hat sich mit Betriebsleiterin Gudula Lermer und Revierleiterin Margit Messerklinger die Situation am Haidel persönlich angesehen.

Waldarbeit häufig in der Kritik

In unserem ländlich geprägten Gebiet herrscht meist viel Verständnis für die Waldarbeit, allerdings werden derzeit unsere Aktivitäten sehr kritisch begleitet. Unsere Waldarbeiter und die ausführenden Unternehmer sehen sich schnell einmal mit verärgerten Passanten konfrontiert und müssen gleichzeitig Aufklärungsarbeit leisten, für Sicherheit sorgen und ihre Arbeit erledigen.
Waldwege dienen als Zufahrt für Arbeiter, Maschinen, Holztransporte oder auch Rettungskräfte. Selbstverständlich werden Beschädigungen an (Wander-) Wegen nach Abschluss der Holzarbeiten sobald wie möglich wieder beseitigt. Allerdings kann das bei einem Wegenetz, das allein in den Staatswäldern rund um Neureichenau einige hundert Kilometer umfasst, nicht immer und überall gleichzeitig geschehen – wir bitten deshalb einfach um Verständnis und etwas Geduld!
Denn nur gemeinsam lassen sich die wohl lange anhaltenden Herausforderungen meistern, die viele Waldbesitzende, Forstunternehmer und Jäger in noch nicht gekanntem Maße beanspruchen werden.