Ausblick und Handlungsempfehlungen zum Borkenkäfergeschehen
Wald im Dauerstress - Fünftes Krisenjahr in Folge
von Dr. Stefan Schaffner

Vom Witterungsgeschehen geschwächte Fichte.

Extrem vitalitätsschwache Altfichten zeigen deutlich den Dauerstress an (Foto: Stefan Schaffner)

Durchhalten und nicht Aufgeben im Kampf gegen den Borkenkäfer mit sauberer Forstwirtschaft muss die Devise für 2019 sein.

Die aktuelle Kältewelle täuscht. Das Jahr 2019 knüpft nahtlos an die Vorjahre an und verkettet ungünstige Witterungsereignisse für unseren Wald. Dabei hatte es die Witterung 2018 für den Wald in sich und schwächte die Vitalität vor allem unserer alten Waldbestände und zwar für die nächsten Jahre. 2018 war das wärmste Jahr seit 1881 und es herrschte eine extreme Trockenheit von Februar bis November. Stellenweise wurde im Amtsgebiet gerade die Hälfte des normalen Niederschlags erreicht, bayernweit allenfalls 75 %. Damit gehört es zu den niederschlagsärmsten seit Beginn regelmäßiger Messungen 1881 mit der längsten jemals beobachteten Trockenphase. Von Februar bis November blieben zehn Monate in Folge zu trocken. Mit etwa 2020 Stunden registrierten die Wetterbeobachter aber das sonnenscheinreichste Jahr seit Beginn von Aufzeichnungen 1951. In ganz Mitteleuropa sind daher die Altbäume in den Wäldern durch den Dauerstress extrem geschwächt. "Unsere Wälder bräuchten dringend Jahre mit normaler, eher kühlfeuchter Witterung, um sich zu erholen und vor allem das in den Trockenjahren abgestorbene Feinwurzelsystem zu regenerieren", so Stefan Schaffner Bereichsleiter Forsten des AELF Regen. Das Jahr 2019 setzte aber im ersten Quartal andere Zeichen.

Unaufgearbeitetes Schadholz birgt Gefahren

Schneebruch zieht den Käfer "magisch" an. (Foto: Stefan Schaffner)Zoombild vorhanden

Schneebruchschäden - In den nächsten Wochen muss hier dringend aufgearbeitet werden (Foto: Stefan Schaffner)

Der Tisch für den Borkenkäfer ist mit Schadholz aus Schnee und Sturm überreich gedeckt.
Vom 10. bis 15.01.2019 brachte eine Nordosttiefserie mit den Namen Benjamin und Donald ergiebige Starkschneefälle, die im Alpenraum und im bayerischen Wald zu massiven Schneebruchschäden führten. Unsere Fichten waren zu diesem Zeitpunkt nach der Jahrhundertblüte 2018 überbordend mit Zapfen behangen, entsprechend viele Gipfel brachen ab.
Damit nicht genug: Von Rosenmontag, dem 04.03.2019, bis 17.03.2019 fegte eine Sturmtiefserie (Bennet, Dragi, Cornelius, Eberhard, Franz, Heinz, Igor) über die Lande. Im Bayerischen Wald waren die Spuren nicht dramatisch, aber überall fielen einzelne Bäume um - hauptsächlich Fichten. Alle Wälder in den beiden Landkreisen Regen und Freyung Grafenau sind betroffen. Im Schnitt kann man 2,5 bis 3 fm/ha Schadholz aus Schneebruch und Sturm im Privatwald rechnen. Bei 70.000 ha Privatwald eine gewaltige Menge, die vielfach aufgearbeitet ist, aber bei weitem noch nicht überall. "Respekt an alle Waldbesitzer, an unsere Forstunternehmer und an die Mitarbeiter der Waldbesitzervereinigungen, die in den letzten Wochen gewaltig aufgeräumt haben", so Schaffner. Und es geht fließend weiter. "Das Osterwochende glänzte mit heißem Traumwetter und der Borkenkäfer schwärmte bereits nennenswert. Wer aufgearbeitetes Stammholz im Wald hatte, bemerkte ab Ostermontag, den 22.4.2019 meist massive braune Bohrmehlhaufen, das Zeichen für Frischbefall durch Borkenkäfer. Und in den tieferen Lagen kam es bereits zu Stehendbefall an frischen Fichten", so Schaffner.

Perfekte Bedingungen für den Borkenkäfer

Sehr viel Bohrmehl zeigt sehr starken Befall. (Foto: Stefan Schaffner)

Die Bohrmehlhaufen liegen dicht an dicht u. zeigen extrem starken Befall an (Foto: Stefan Schaffner)

"Es ist nicht einmal paradox. Derzeit wird in den meisten Lebensräumen ein massives Insektensterben beklagt. Im Wald müssen sich Waldbesitzererinnen, Waldbesitzer und Förster seit 2015 gegen eine massive Massenvermehrung von Insekten behaupten. Bei uns ist es der Borkenkäfer an der Fichte, in Franken der Schwammspinner an der Eiche, in Brandenburg die Kiefernnonne", so Schaffner. Warum ist das so? "Insekten mögen es warm und trocken und wenn der Lebensraum und die Nahrungsgrundlagen stimmen, dann vermehren sich Arten explosionsartig, die in früheren Zeiten eher ungünstige Lebensbedingungen durchstehen mussten und ihre Chance zur Vermehrung nicht verpassen durften." Der Borkenkäfer war im borealen Klima, das von kühl-feuchten Sommern und durchaus kalten, langen und teils schneereichen Wintern geprägt war, immer an größere Schadholzereignisse gebunden. "Große Borkenkäferkatastrophen gab es auch im 18 Jahrhundert im Bayerischen Wald nach Sturmereignissen. Damals konnte das Klima aber im Bayerischen Wald noch als kühl-feucht beschrieben werden. Der Käfer schaffte allenfalls eine Generation oder nur eine halbe, das heißt die Altkäfer aus dem Vorjahr legten im Frühjahr oder Frühsommer ihre Eier, die sich bis zum Herbst fertig entwickelten oder erst im darauffolgenden Frühjahr." Seit 2015 schaffte es der Borkenkäfer, dass die Eiablage bereits Mitte April erfolgte, die Jungkäfer 6-7 Wochen später fertig waren (1. Generation), erneut Eier abgelegt wurden, diese Käfer in 5-6 Wochen fertig waren (2. Generation) und erneut das Brutgeschäft fortsetzten und selbst diese Eier sich dank warmer Witterung bis in den November hinein in 7-10 Wochen fertig entwickelten. Aus einem Käferpärchen werden so über 100.000 neue Käfer in einem Jahr. "Und in den letzten vier Jahren hatten wir im Bayerischen Wald jeweils drei Generationen. 2019 ist daher der Käferbestand so hoch wie noch nie in der Vergangenheit – ein Allzeithoch", so Schaffner. Es herrscht akute Alarmstimmung bei Förstern und Waldbesitzern.

Empfehlungen für Waldbesitzer

Schneebruch zieht den Käfer "magisch" an. (Foto: Stefan Schaffner)Zoombild vorhanden

Schneebrüche müssen in den nächsten Wochen dringend aufgearbeitet werden (Foto: Stefan Schaffner)

Der Ausgang der Borkenkäfer"schlacht" 2019 wird bis Mitte Juni entschieden.
Das Schadholz durch die Schneebrüche aus dem Januar und durch die Stürme im März, das sich noch im Wald befindet, muss schnellstmöglich aufgearbeitet werden, denn die neue Käfersaison hat mit dem Osterwochenende begonnen. Vom Wind geworfene Fichten und im Bestand liegendes Gipfelbruchmaterial ist höchst fängisch für Kupferstecher und Buchdrucker und bietet den Borkenkäfern attraktiven Brutraum. Im Umkreis dieser Schäden ist bereits in der ersten Schwärmphase mit Stehendbefall zu rechnen. Einzel- und Nesterwürfe sind besonders kritisch, da hier die Brutraumkapazität schnell überschritten ist und angrenzende Bäume befallen werden können. "In allen Waldgebieten sollte spätestens ab der nächsten Wärmephase mit der intensiven Bohrmehlsuche begonnen werden, denn frischer Stehendbefall ist anhand Bohrmehl am Stammfuß und in den Rindenschuppen der befallenen Bäume erkenntlich. Regelmäßig und zwar wöchentlich sollten Befallsstellen aus dem Vorjahr und alle von Schneebruch und Sturm angerissenen Waldbestände mit Fichtenbeteiligung kontrolliert werden."

Handlungsempfehlungen des AELF Regen

Das AELF Regen gibt an alle Waldbesitzer folgenden Beratungsimpulse:

  • Alle Schneebruch- und Sturmschäden und alten Befallsstellen möglichst rasch aufarbeiten und das Holz rücken und aus dem Wald abfahren bis spätestens in 4 bis 6 Wochen.
  • Bei vorhandener Technik und Rückewagen bzw. bei Unternehmereinsatz und ge-eigneten Lagerflächen das Stammholz und das Hackholz möglichst weit aus dem Wald fahren und an abfahrbaren Stellen lagern. Bei Lagerung auf landwirtschaftlich genutzten und geförderten Flächen sollte dies mittels eines Formblatts beim AELF Regen angezeigt werden, das bei den Revierleitern und den Waldbesitzervereinigungen erhältlich ist. Auf Grund der außergewöhnlichen Umstände darf Holz auf landwirtschaftlichen Flächen vorübergehend und förderunschädlich gelagert werden. Die Grundeigentümer sollten sich hier solidarisch untereinander zeigen und die Schadhölzer gegenseitig lagern lassen.
  • Anfallende Klein- und Kleinstmengen, vor allem schwächerer Dimensionen bei Möglichkeiten als Brennholz am Hof/Haus lagern und damit raus aus dem Wald.
  • Holzmengen, die aufgrund unklarer Abfuhrzusage im Wald auf unbestimmte Zeit verbleiben müssen, sollten unbedingt mit einem gegen die Borkenkäfer zugelassenen Insektizid gespritzt werden. Werden die Bestimmungen für den Einsatz des Spritzmittels eingehalten, sind die Auswirkungen auf die übrige Insektenwelt minimal, da die Rindenoberfläche der liegenden Holzpolter behandelt wird, die kaum von anderen Insekten genutzt wird. Kleinmengen, die als Brennholz im Wald gelagert werden, unbedingt aufschneiden und aufscheiteln.
  • Arbeitssicherheit hat oberste Priorität. Wer bei der Aufarbeitung der Schadhölzer Unterstützung braucht, sollte sich helfen lassen. Da bereits jetzt die Einschlagskapazitäten/ Unternehmerkapazitäten bei unseren Waldbesitzervereinigungen und bei unseren Händlern knapp werden, sollten sich benachbarte Waldbesitzer absprechen, um größere Flächen und Mengen am Stück zu haben. "Wir können damit die Einschlags- und Rückekapazitäten besser ausnutzen", so Schaffner. Da 2019 in Abhängigkeit der Witterung die Schadholzsituation sehr angespannt bleiben kann und in der Vitalität weiter geschwächte Altbestände kaum Widerstandskraft gegen Käfer haben werden, brauchen wir alle unsere Forstunternehmer bei uns im Raum. Waldbesitzer, gerade benachbarte sollten sich auch gegenseitig bei der Aufarbeitung und Rückung aus dem Wald unterstützen. Bevor gar nicht ausgearbeitet wird, sollten gerade Kleinmengen auch ganz einem Aufarbeitungswilligen überlassen werden.
Vollen Einsatz zeigen und Durchhalten
Die zentrale Botschaft ist: Der Ausgang der Borkenkäfer"schlacht" 2019 wird im Frühjahr bis Mitte Juni entschieden (Ausflug der ersten Generation war 2018 in der 24-27 Kalenderwoche, d. h. ab dem 18 Juni). Aus jeder befallenen Fichte, die nicht vor dem Ausflug aufgearbeitet, abgefahren oder behandelt wird, können 20 neue Fichten befallen werden. Die Schadholzmengen gehen dann durch die Decke. Und die Holzmärkte sind bereits übervoll und die Holzpreise alles andere als befriedigend. Jetzt müssen aber nochmals alle Kräfte mobilisiert werden – "jeder noch so kleine Schritt, der den Käfer eindämmt, hilft", so Schaffner. Das Zeitfenster zur wirksamen sauberen Forstwirtschaft ist mit 4-6 Wochen kurz. In dieser Zeit muss ein vom Käfer befallener Baum gefunden, aufgearbeitet, gerückt, abfahren oder so weit wie möglich abseits vom Wald gelagert oder gespritzt werden. Waldbesitzer sollten sich nicht scheuen, sich gegenseitig auf Befall aufmerksam zu machen. Ist der Nachbar unbekannt, sollte umgehend der staatliche Revierleiter eingeschaltet werden.
Ist Bohrmehl zu sehen, ist der Baum zum Tode verurteilt.

Einbohrloch und Bohrmehl. Hier wird sich der Käfer erfolgreich entwickeln. (Foto: Stefan Schaffner)

Vollen Einsatz zeigen und Durchhalten ist Gebot der Stunde
Dieses Durchhalten und "Nicht Kapitulieren vor den Widrigkeiten" ist leicht gesagt, sind sich die Förster am Bereich Forsten bewusst. "Die saubere Forstwirtschaft ist das zentrale Thema seit 2015 und viele Waldbesitzer engagieren sich enorm. In der Wahrnehmung steigen die Schadholzmengen und die Arbeitslast trotz der in den Vorjahren eingebrachten Leistungen." Und die gegenwärtigen Holzpreise werden aus Waldbesitzersicht als Entwertung der seit Generationen eingebrachten Arbeitsleistungen empfunden. Seit August 2017 haben sich durch eine in der Forstwirtschaft noch nicht gekannte Serie an widrigen Witterungsereignissen im zentralen Mitteleuropa (Deutschland, Österreich, Schweiz, Tschechien und Oberitalien) mittlerweile weit mehr als 100 Millionen fm Schadholz angehäuft, überwiegend Fichte. Die Holzmärkte sind übervoll und die Suche nach Schuldigen auf Sägerseite nicht zielführend. "Jeder macht aktuell, was er machen kann und ist bemüht, seine Stammkundenschaft nicht im Regen stehen zu lassen", sind sich Schaffner und Georg Huber, der Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern sicher. Im Kampf gegen ein weiteres Ansteigen der Schadholzmengen sitzen Waldbesitzer und Holzindustrie im gleichen Boot. Denn nach der Krise wird ebenso verlässlich Holz gebraucht. Die große Gefahr jetzt: Die Waldbesitzer erleben sich zunehmend als nicht mehr wirksam im Kampf gegen den Käfer. "Das Wetter können wir nicht ändern, das müssen wir nehmen wie es wird, aber wir können uns gegenseitig Mut machen und unterstützen. Es geht um unser Eigentum und jede Fichte, die im November immer noch grün ist, ist 2019 unser Erfolg", so Schaffner.

Schadereignisse gab es im Wald seit jeher, doch seit 2015 bis 2018 bzw. inklusive 2019 muss man drei "Aber" hinter diese Aussage stellen:

  1. Aber: Die zeitliche Aufeinanderfolge der Schadereignisse intensiviert sich klimawandelbedingt. Seit 2015 kommen der Wald und die Waldbesitzer nicht mehr zur Ruhe. Die Altbestände können sich nicht mehr erholen, eine Regeneration der jeweils verbliebenen Altbäume findet nicht mehr statt (Decline of forest stands).
  2. Aber: Die Intensität eines Schadereignisses nimmt klimawandelbedingt stark zu. Die gleiche Wetterlage bleibt anhaltend stabil und führt zu höheren Schäden. Damit steigen die Auswirkungen eines Schadereignisses auf z. B. die Holzmärkte an.
  3. Aber: Schadinsekten profitieren von Wärme und Trockenheit. Drei Käfergenerationen sind nicht die Ausnahme sondern die Regel und die Schadinsekten treffen auf geschwächte Altbäume. Aber auch zahlreiche andere Pathogene erreichen ein höheres Schadausmaß als bislang gekannt. Als Folge lösen sich Altholzvorräte (vor allem Fichtenaltersklassenbestände) auf und Kahlflächen und Freiflächen drohen in großen Umfang.

Gemeinsam zum Ziel

Die Waldbesitzer und unsere Region brauchen eine engagierte Jägerschaft als Partner an ihrer Seite.
Funktionierende Jagd ist Grundlage für die Wiederbestockung der Schadflächen.Zoombild vorhanden

Schadflächen aus 2018. Reicht die Naturverjüngung aus oder muss in den nächsten Jahren trotz schwierigem Geländes gepflanzt werden. Ohne engagierte Jagd wird die Arbeitsbelastung für den Waldbesitzer noch höher. (Foto: Schaffner)

Unsere Waldbesitzer können die Aufgabe der Wiederbewaldung bzw. Stabilisierung der Waldbestände nur schultern, wenn die Naturverjüngung läuft und auch mit staatlicher Förderung noch geld- und zeitintensive Anpflanzungen von klimastabilen künftigen Mischbaumarten im Wesentlichen ohne Zaunschutz gegen Verbiss durch Reh- und Rotwild gelingen können. Die Jäger müssen den Waldbesitzern bei Ihrer Wald-Erneuerungsaufgabe in der nächsten Zeit beistehen. Die zentrale Herausforderung in den nächsten Jahren ist der Waldumbau und die Walderneuerung und hierzu braucht es Waldverjüngung. Auch die Jägerschaft ist mit grundlegenden Änderungen konfrontiert. "Die anspruchsvolle Schwarzwildbejagung fordert Zeit, der Klimawandel mit Witterungs"anomalien" nimmt Einfluss auf das Verhalten unserer Wildarten, ebenso wie die intensivere Freizeitnutzung in Wald und Feld durch unsere Gesellschaft, die großen Beutegreifer Luchs und Wolf und die Änderungen (Intensivierung/Extensivierung) in der landwirtschaftlichen Nutzung den Lebensraum des Wildes verändern. Das Wild ändert sein räumlich zeitliches Verhalten in der Wildbahn und die Jäger müssen flexibel und mit hohem Zeitaufwand darauf reagieren. Die Waldbesitzer brauchen aber engagierte Jäger an ihrer Seite und damit kommt engagierten und aktiven Jagdgenossenschaften und ebensolchen Jägern in beiden Landkreisen in den nächsten Jahrzehnten eine außerordentlich hohe Bedeutung zu."

Der Weg zum zukunftsfähigen Waldbestand

Was man den Waldbesitzern raten kann, wenn sich die Holzpreise erholt haben? "Auf ganzer Fläche beständig Holz machen und Durchforsten und die Bestände frühzeitig verjüngen. Die Waldbestände durch Forststraßen und Rückewege erschließen, auf Naturverjüngung setzen und Möglichkeiten nutzen, Mischbaumarten einzubringen. Zukunftsfähiger ist ein Waldbestand, wenn mehr als vier Baumarten pro Bestand aufwachsen. Und sich als Jagdgenossen bei seiner Jagdgenossenschaften aktiv zeigen und einbringen."

Unterstützung für Waldbesitzer

Fördermöglichkeiten
Staatliche Unterstützung gibt es sowohl bei der Käferbekämpfung (derzeit 4 € pro fm bei der waldschutzwirksamen Entrindung von Stammholz oder für das Häckseln von befallenem Material ohne Verwertung) als auch bei der Wiederbewaldung. Antragstellung erfolgt beim zuständigen Forstrevier des AELF Regen.
Beratung zur Borkenkäferbekämpfung
Informationen rund um die Borkenkäferbekämpfung bieten im Landkreis Regen die zuständigen Förster der Reviere Arnbruck, Kollnburg, Frauenau, Achslach und Abtschlag (Tel. Nr: 09921 8826-0) und im Landkreis Freyung-Grafenau die zuständigen Förster der Reviere Schönberg, Mauth, Perlesreut, Neureichenau und Waldkirchen (Tel. Nr: 08581 206-0) bzw. im Internet unter

Örtliche Zuständigkeiten der Forstreviere

Aufarbeitung und Verkauf von Schadholz
Bei der Aufarbeitung und beim Verkauf des Holzes können u. a. die örtlichen Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse oder Forstlichen Unternehmer helfen.

Arbeitssicherheit hat oberste Priorität

Das wichtigste für die Förster ist aber, dass jeder Waldbesitzer gesund und unversehrt von der Waldarbeit zu seiner Familie heimkehrt. "Arbeiten Sie nur Bäume auf, wenn Sie erfahren sind, die richtige Technik haben und kundige Unterstützung dabei haben. Lassen Sie sich von Forstunternehmern unterstützen, wenn der Schadanfall zu groß wird und Sie nicht mehr nachkommen". Unterstützung bei der Aufarbeitung bieten z.B. die Waldbesitzervereinigungen Regen, Viechtach und Freyung-Grafenau, die mit erfahrenen und qualitätsbewussten Forstunternehmern zusammenarbeiten.
2018 passierte kein tödlicher Unfall bei der Waldarbeit in den Landkreisen Freyung-Grafenau und Regen. Es wurden aber mehrere Personen bei der Waldarbeit schwerer verletzt, so Konrad Fischer und Oswald Haslbeck von der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft SVLFG.