Einsatzkräfte aus der Region gesucht
Hauswirtschaftshilfe zur Alltagsbewältigung und für mehr Lebensqualität

Einen Fortschritt auf dem Weg zum Hauswirtschaftlichen Fachservice im Landkreis Regen verzeichneten Helmut Plenk, stellvertretender Landrat, und Brigitte Blaim vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen im Herbst 2019.
Eine Hauswirtschaftsmeisterin aus Patersdorf und eine Hauswirtschafterin aus Arnbruck sind als selbstständige Unternehmerinnen im Landkreis für die Unterstützung und Entlastung im Alltag tätig."Verwaltet" werden sie vom Fachhauswirtschaftlichen Betreuungsdienst Arnstorf und von einem Fachservice in Deggendorf. Des Weiteren sind auf 450 € Basis ein Ehepaar aus Ruhmannsfelden in Arnstorf angestellt, sie werden von dort aus für Einsätze im Landkreis Regen vermittelt.

Wem steht Unterstützung im Haushalt zu?

Jeder Person ab Pflegegrad 1 stehen vom Gesetz her 125 € pro Monat für die Unterstützung im Haushalt zu; ab Pflegegrad 2 gibt es zusätzlich 1612 € Verhinderungspflegegeld und 806 € Kurzzeitpflegegeld für hauswirtschaftliche Dienstleistungen und Alltagsunterstützung, wenn die pflegenden Angehörigen z.B. beruflich verhindert sind, ein paar freie Tage haben wollen oder aus anderen Gründen nicht zur Verfügung stehen. So können ca. 3 Stunden Haushaltshilfe pro Woche ab Pflegegrad 2 geleistet werden, ohne dass der Pflegebedürftige zuzahlen muss.
"Viele Menschen wissen über diese seit 2017 über die Kasse abrechenbare Leistungen nicht genügend Bescheid. Aufklärung tut not."
Helmut Plenk, Stellvertretender Landrat

Einsatzkräfte dringend gesucht

"Verzweifelte Anfragen aus Familien können oft nicht bedient werden, weil hauswirtschaftliche Einsatzkräfte fehlen", sagt Blaim. Sie sucht dringend Hauswirtschafterinnen oder Hauswirtschaftsmeisterinnen, aber auch z. B. Altenpflegerinnen, die am besten ein Klein- oder Kleinstgewerbe (evtl. noch mit krankenversichert beim Ehemann) anmelden und sich als Selbstständige oder als Angestellte bei einem der bestehenden Fachservices oder Betreuungsdienste in Niederbayern führen bzw. mitverwalten lassen. Auch ein neu gegründeter Fachservice direkt im Dienstgebiet Regen und Freyung-Grafenau wäre natürlich wünschenswert: Dazu müssten sich mindestens drei Selbstständige zusammenschließen, sich beim Zentrum Bayern für Familie und Soziales anerkennen lassen und die 40-stündige Helferkreisschulung absolvieren. "Diese Schulung stellen wir auch wieder in Regen auf die Beine, wenn genügend Interessierte sich melden", ist Blaim zuversichtlich. Und Plenk stellt in Aussicht, die Schulungsgebühren von ca. 100 € pro Teilnehmer zu übernehmen.
Unterschiedliche Einsatzgebiete
Auch wer keinen entsprechenden hauswirtschaftlichen Beruf hat oder sich nicht selbstständig machen will, kann sich auf 450 € Basis anstellen lassen – und wieder kündigen, wenn die Arbeit nicht gefällt. Einsätze gibt es bei Familien, wo die Mutter vorübergehend ausfällt, bei Familien mit Menschen mit Beeinträchtigung oder vor allem bei Senioren, die so lange wie möglich im eigenen Haushalt wohnen wollen.

Wer Interesse hat als Dienstleister tätig zu werden und Informationen braucht, kann sich melden bei:

Brigitte Blaim
AELF Regen
Bodenmaiser Straße 25
94209 Regen
Telefon: 09921 608-1012
Fax: +49 9921 608-1008
E-Mail: poststelle@aelf-rg.bayern.de

Erfahrungen

"Alltag erleichtern"
"Es macht große Freude, unserem Senior und den pflegenden Angehörigen den Alltag zu erleichtern", sagt Annemarie K., die als Heimleiterin mit jahrzehntelanger Erfahrung jetzt in der Rente nicht untätig sein will – noch dazu wo fachkompetente Leistungen wie die ihre dringend gebraucht werden. Ihr Mann ist mit dabei, er macht gerade die 40-stündige Helferkreisschulung mit, die nötig ist, um solche Einsätze mit der Pflegekasse abzurechnen.
"Kommt viel zurück"
Hauswirtschaftsmeisterin Silke Seidl, stellvertretende Hausdame in der Silberbergklinik, will auf ihren Mini-Job-Einsatz im Haus eines 50-jährigen Spastikers einmal pro Woche nicht verzichten: "Die Betreuung macht mir große Freude, und es kommt so viel zurück."
"Freie Zeiteinteilung"
In der Regel sind aber hauswirtschaftliche Tätigkeiten besonders in Seniorenhaushalten oder bei der Unterstützung von dementen Personen Hauptaufgabe. "Man muss den Angehörigen aber sagen, dass wir auch andere Dinge tun können als nur Reinigungsarbeiten: zum Arzt fahren, Einkäufe erledigen, Abfall entsorgen und trennen, Verwaltungsangelegenheiten regeln, Personen beschäftigen oder beaufsichtigen und vieles mehr", sagt Helga Schaffer, die mehrere Einsatz-Familien betreut. Kürzlich konnte sie zwischen den Angehörigen eines alten Herrn vermitteln, sodass dieser wieder besucht wird und vieles ins Lot kam. "Gut ist auch, dass ich meine Einsatz-Zeit selbst planen kann – diese Freiheit ist mir sehr wichtig!"