Für mehr Biodiversität im Landkreis
Landwirte legen Bienenweiden an

Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen unterstützt mit Samenmischungen

Landwirt sät Mischung für einen Blühstreifen ausZoombild vorhanden

Ein Blühstreifen entsteht

Wenn Landwirte und Imker intensiven Kontakt pflegen und sich gegenseitig wertschätzen, werden die Bedürfnisse der Bienen das ganze Jahr über berücksichtigt. Darüber sind sich auch Landwirt Stefan Pletl vom Huberhof und Alfred Kroner vom Bienenzuchtverein Rinchnach einig. Mit Unterstützung des Wildlebensraumberaters für Niederbayern, Hans Laumer, wurde im Mai 2020 der wertvolle Samen "Veitshöchheimer Bienenweide" fachgerecht – also gemischt mit Sojaschrot zur besseren Verteilung auf dem Acker und angedrückt/gewalzt – auf einem Ackerrandstreifen ausgesät, den Landwirt Pletl zur Verfügung stellte.
Bienenexperte Kroner ist schon länger im intensiven Kontakt mit Pletl und anderen Landwirten, auch säte Pletl nicht zum ersten Mal Blühwiesen an. Die Aussaat fand im Rahmen des Projekt Landwirt.Imker.Miteinander des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Dabei soll nicht nur Nahrung für die Honigbiene entstehen, sondern die gesamte Artenvielfalt gestärkt werden. Für die "wilde Verwandtschaft" sorgen gerade solche mehrjährigen, heimischen Saatmischungen am effektivsten.

Ziele sind dabei

  • die Stärkung der gesamten Artenvielfalt
  • die Schaffung von Nahrungsangebot, Rückzugs- und Brutmöglichkeit für Ackervögel und kleine Wildtiere
Auch die Landwirte Michael Liebl, Rinchnach, und Helmut Kroner, Gehmannsberg, der zugleich Vorstand des Imkervereins Rinchnach ist, waren bei dieser Kooperation mit dabei, haben aber das Saatgut selbst beschafft. Landwirt Ernst aus Zwieselberg ist der vierte im Bunde; auch er bekommt das Saatgut finanziert.
Hochwertiges Saatgut derzeit knapp
Auf den Aufruf von Brigitte Blaim vom AELF Regen an die Vorstände der Imkerverbände im Landkreis, mit Landwirten zu kooperieren, meldeten sich nach einiger Zeit doch einige Landwirte und Imker. "Ein Problem stellte aber dar, dass aufgrund der hohen Resonanz bei Landwirten, etwas für Biodiversität und Bienen zu tun, sowie der Förderung von artenreichem Grünland über das Kulturlandschaftsprogramm derzeit kaum mehrjähriges, hochwertiges Saatgut nach unseren Richtlinien zu bekommen ist", bedauert Laumer.
Der Einsatz lohnt sich
Auch das AELF hätte gerne noch mehr Landwirte und Imker unterstützt, so Blaim. Wirklich nachhaltiges Saatgut ist sehr teuer, und Acker im regionalen Grünlandgebiet Mangelware, deshalb bringen Landwirte durchaus Opfer, wenn sie Ackerflächen für Blühflächen bereitstellen. "Aber für die Biodiversität und die Bienen ist es mir wert!", ist Stefan Pletl überzeugt.
"Das ist ein Beitrag zum Natur- und Landschaftsschutz, und die vorbei wandernden Leute haben Freude daran“, so der Landwirt.
Blühendes Mosaik
Größere zusammenhängende Flächen – anfangs war von je einem Hektar bei den Landwirten die Rede – wären Imker Kroner lieber gewesen. Aber für Laumer machen mehrere Fleckerl Blühflächen verteilt sogar mehr Sinn: "So erhält man ein Mosaik aus verschiedener Nutzung über die Agrarlandschaft verteilt, und die Futterflächen werden von den Bienen leichter gefunden", argumentiert der Wildlebensraumberater. Im Idealfall erhalte man als Zusatznutzen sogar noch eine Vernetzung verschiedener Biotope untereinander.
Saatgut aus Sand und/oder Sojaschrot

Naturnahes Saatgut

Drei Personen stehen auf einem Blühstreifen

Initiatorin und Teilnehmer